missio-Aktion „Woche der Goldhandys“

Zu einem Gespräch über die Lage der Menschen in der Demokratischen Republik Kongo trafen sich Kerstin Liebelt, Abbé Justin Nkunzi, Projektpartner des Kath. Missionswerks missio in der Demokratischen Republik(DR) Kongo, Georg Poddig, von der missio Diözesanstelle im Bistum Hildesheim und Egbert Biermann, Verantwortlicher von „Diakonia St. Clemens“. Anlass war die missio-Aktion „Woche der Goldhandys“, in deren Rahmen Handys gesammelt wurden, um deren Rohstoffe wieder in den Wirtschaftskreislauf zu bringen.

Abbé Justin berichtete aus erster Hand über die Auswirkungen des Coltanabbaus. Coltan ist ein wichtiger Rohstoff u.a. für die Produktion von Handys. Die Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung sind Umsiedlungen, Mangel an Bildungsangeboten für Kinder, Zerstörung der Umwelt, Gefährdung der Nahrungsmittel und des Wassers.

Noch immer könnten sich Milizen mit dem Verkauf der Minerale finanzieren, um Waffen zu kaufen. Die bisherigen Bemühungen reichten nicht aus, um Kriminalität und Gewalt sowie Ausbeutung und Armut zurückzudrängen.

Auch wenn immer mehr Minen Coltan verkaufen, ohne dass sich Milizen damit finanzieren, heißt dies nicht, dass keine Kinderarbeit stattfindet, die Arbeitsbedingungen sicherer werden und die Entlohnung gerecht wäre. Justin Nkunzi unterstützt deshalb die missio-Aktion, um mehr Kontrolle seitens der Handyhersteller zu erreichen.

Eindrucksvoll berichtete Abbé Justin Nkunzi von der Zusammenarbeit mit Dr. Denis Mukwege, Leiter des Panzi-Hospitals in Bukavu (DR Kongo), Träger des Friedensnobelpreises 2018, und den von ihm begleiteten Traumazentren für vergewaltigte Frauen. Dieses Projekt hilft den Frauen, trotz des erlittenen Leids ihr Leben aktiv zu gestalten.

Alle Gesprächsteilnehmerinnen und -nehmer unterstrichen, wie wichtig der Dialog der Zivilgesellschaft ist. Auch das Land Niedersachsen sollte noch mehr tun, um das Bewusstsein für die Probleme zu schärfen und als Nachfrager – z.B. von Diensthandys – für fair hergestellte Produkte zu sorgen.