Rahmenbedingungen für Tierhandel im Internet

Rechtliche Rahmenbedingungen für Tierhandel im Internet schaffen –Registrierungs- und Chip-Pflicht einführen

Durch die fortschreitende Digitalisierung hat sich auch der Handel mit Heim- und Wildtieren in den vergangenen Jahren zunehmend in den virtuellen Raum verschoben. Durch die häufige Anonymität der Verkäufer und fehlende gesetzliche Regelungen sind Verstöße gegen Tierschutzstandards keine Seltenheit. Zahlreiche Tierschutzorganisationen bemängeln in diesem Kontext die schlechten Zucht-, Haltungs- und Transportbedingungen sowie den oft desaströsen Gesundheitszustand der Tiere.

„Auch, wenn die Fotos von Hundewelpen und jungen Katzen im Netz oftmals große Emotionen beim Betrachter und potenziellen Käufer auslösen, so verbirgt sich häufig großes Tierleid auf der anderen Seite“, schildert Kerstin Liebelt, Sprecherin für Tierschutz: „Eine schlechte medizinische Versorgung, fehlende Impfungen und mangelhafte Fürsorge für die Jungtiere sind auf den Fotos und in den Inseraten nicht erkennbar. Nicht selten werden die Tiere viel zu früh von dem restlichen Wurf getrennt, was zu einer fehlenden Sozialisation führt.“

Der Entschließungsantrag der Regierungsfraktionen zielt daher darauf ab, dass Betreiber von Online-Plattformen gesetzlich dazu verpflichtet werden, eine Identitätsprüfung aller Anbieterinnen und Anbieter von Tieren einzuführen. Auch eine Änderung des Tierschutzgesetzes wird vorgesehen, um jene Gesetzesgrundlage um Online-Plattformen zu erweitern.

„Darüber hinaus wollen wir eine Bundesratsinitiative anschieben, welche eine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen vorsieht, die über das Internet gehandelt werden. Hier darf sich der Staat nicht aus der Verantwortung ziehen“, so die SPD-Politikerin Liebelt, und sie ergänzt: „Gänzlich untersagt werden muss der Handel von Tieren auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram oder Ebay-Kleinanzeigen, da hier eine Regulierung und letztlich eine Kontrolle schier unmöglich ist!“